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"...lohnt sich das denn?"
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Für Sie erlesen
Sasa Stanisic: "Wie der Soldat das Grammofon repariert"
ISBN: 3442737621
Verlag: btb
Preis: 9,00
Ein überbordender, verschwenderischer, burlesker und tragikomischer Roman über eine außergewöhnliche Kindheit unter außergewöhnlichen Umständen geschrieben, über den brutalen Verlust des Vertrauten und über das unzerstörbare Vertrauen in das Erzählen. hier gehts weiter
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...Lohnt sich das denn? |
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So fragen mich viele, die in meine "Buchi", wie ich den Laden liebevoll nenne, eintreten.
Die Frage stellen meist Urlauber, die Libresso zufällig beim Vorbeischlendern entdecken und meine Buchhandlung und das Libresso-Team nicht kennen.
Natürlich kann die Buchi nicht von den paar Urlaubern leben, die neugierig in den Laden treten und eh kein Buch kaufen, da sie sich, falls sie überhaupt an Literatur interessiert sind, sowieso ihre Strandschmöker von zu Hause mitgenommen haben - wahrscheinlich bei Thalia, Hugendubel oder per Internet bei amazon bestellt...
Kleine Buchhandlungen haben es heutzutage schwer und ich möchte hier all meinen treuen Kunden danken, die zwar bei ihrem Urlaub in Deutschland stöbern oder im Internet recherchieren, dann aber bei Libresso bestellen.
Denn der Gewinn an einem Buch ist so gering, dass wir wirklich auf jeden von Ihnen angewiesen sind. Die hohen Versandkosten werden aus eigener Tasche bezahlt und nicht auf den deutschen Ladenpreis aufgeschlagen.
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An dieser Stelle möchte ich auch meinem Mann danken, der "die Brötchen verdient" und die Hoffnung nicht aufgibt, dass meine Buchi irgendwann auch einmal etwas Gewinn abwirft.
Denn eine Buchhandlung als Hobby zu haben ist zwar schön aber noch schöner wäre es, für die unzähligen Stunden, die man in der Buchhandlung und mit back-office-duties verbringt, einen Verdienst einstecken zu können.
Daher die Bitte an Sie: Bevor Sie in einem Internetshop Ihre Bücher bestellen, denken Sie daran, dass der Charme einer kleinen Buchhandlung und der persönliche Kontakt zu Ihren Buchhändlern heutzutage keine Selbstverständlichkeit mehr sind und wir immer gerne für eine persönliche Beratung für Sie da sind.
Und das kann ein Internet-Warenkorb eben nicht.
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Sasa Stanisic: "Wie der Soldat das Grammofon repariert"
ISBN: 3442737621
Verlag: btb
Preis: 9,00 |
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Als der Bürgerkrieg in den 90er Jahren Bosnien heimsucht, flieht der junge Aleksandar mit seinen Eltern in den Westen. Rastlos neugierig erobert er sich das fremde Deutschland und erzählt mit unbändiger Lust die irrwitzigen Geschichten von damals, von der großen Familie und den kuriosen Begebenheiten im kleinen Visegrad. Aleksandar fabuliert sich die Angst weg und "die Zeit, als alles gut war" wieder herbei. Aleksandar wächst in der kleinen bosnischen Stadt Visegrad auf. Sein größtes Talent ist das Erfinden von Geschichten: Er denkt gar nicht daran, sich an die Themen der Schulaufsätze zu halten, viel zu verrückt sind die Erntefeste bei seinen Urgroßeltern, viel zu packend die Amokläufe betrogener Ehemänner und viel zu unglaublich die Geständnisse des Flusses Drina. Als der Krieg mit grausamer Wucht über Visegrad hereinbricht, hält die Welt, wie Aleksandar sie kannte, der Gewalt nicht stand, und die Familie muss fliehen. In der Fremde eines westlichen Landes erweist sich Aleksandars Fabulierlust als lebenswichtig: Denn so gelingt es ihm, sich an diesem merkwürdigen Ort namens Deutschland zurechtzufinden und sich eine Heimat zu erzählen. Seinen Opa konnte er damals nicht wieder lebendig zaubern, jetzt hat er einen Zauberstab, der tatsächlich funktioniert: Seine Phantasie holt das Verlorene wieder zurück. Als der erwachsene Aleksandar in die Stadt seiner Kindheit zurückkehrt, muss sich allerdings erst zeigen, ob seine Fabulierkunst auch der Nachkriegsrealität Bosniens standhält.
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Über den Autor und über das Buch
Saša Stanišić wurde 1978 in Višegrad in Bosnien-Herzegowina geboren und kam als Vierzehnjähriger nach Heidelberg. Seit 2004 studiert er am Deutschen Literaturinstitut in Leipzig. Stanišić hat mehrere Stipendien und Preise erhalten, u.a. den Publikumspreis beim Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb. Wie der Soldat das Grammofon repariert ist sein Romandebüt.
Mit Auszügen aus diesem Roman erhielt der selbst in Bosnien geborene und später nach Deutschland emigrierte Autor Saša Stanišić bereits den Publikumspreis beim Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb 2005.
Ein großer Teil des Romans ist von einer naiv-altklugen Kindersicht geprägt: „Opas Tod ist das Gegenteiligste vom Sommer.“ heißt es an einer Stelle, oder an einer anderen: „Gestern wurden wir für Deutschland erlaubt. In einem großen Büro warteten wir drei Stunden vor dem Buchstaben K."
Diese Erzählperspektive erlaubt es Stanišić, die politischen Hintergründe fast vollständig auszublenden und die Kriegsereignisse im Dorf lediglich zu beschreiben, ohne sie zu interpretieren. Angst spielt dabei eine geringe Rolle, es ist vielmehr die Ungläubigkeit der großen Kinderaugen, die lediglich die Fakten benennt, ohne sie in einen großen Zusammenhang zu stellen.
Gleichzeitig überlappen sich Rückblenden mit der Beschreibung der Gegenwart, die Realität mit Aleksandars Fantasie, selbst eine Aufzählung aller von Aleksandar vor und während des Kriegs gemalten Bildtitel ist erlaubt. Bei dieser Aufzählung findet sich die kindliche Fantasie in ihrer reinsten Form: „Der Friedhof in Veletovo ohne Opa Slavkos Grabstein“ oder „Grammofon ohne Soldatenreigen in der Nähe“ heißen die Bilder beispielsweise.
Ein weiteres Mal macht Stanišić hier deutlich, wie die kindliche Beobachtung funktioniert: Was nicht gefällt oder überfordert, wird ausgeblendet und nicht dargestellt. Die große Leistung des Romans Wie der Soldat das Grammofon repariert ist die Ironisierung und das Ins-Absurde-Führen eines Sujets, das man sich bis dato nur in einer ernsten Verarbeitung vorstellen konnte.
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